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2010-03-09

Energieholzmarkt: Verfügbarkeit bis 2020 weist "Holzlücke" von fast 33 Mio. m3 auf

ZS Holz fordert Forstwirtschaft zum Umdenken auf

Beim Winterkolloquium Forst und Holz der Albert-Ludwigs-Univisität Freiburg referierten und diskutierten Industrie und Forschung zum Thema "Bioenergie – Chance oder Bedrohung für Forst und Holzwirtschaft". Man gelangte zu der Einschätzung, dass die Umsetzung der energiepolitischen Ziele vonseiten der EU und von Deutschland, die CO2-Emissionen bis zum Jahre 2020 durch den Einsatz von Nachwachsenden Rohstoffen um ca. 20% zu senken, durch einen Rohstoffmangel ins Wanken geraten könne.

Die Wettbewerbssituation sei durch die Subventionen für Energie aus Biomasse verzerrt, worunter vor allem die holzverarbeitenden Branchen mit einer geringen Wertschöpfung wie z.B. Säge- und Spanplattenbetriebe zu leiden hätten. Ein Abbau der Verarbeitung könne zudem zu einer Verschlechterung der Beschäftigungssituation, hauptsächlich in den strukturschwachen Regionen, führen.

Michael Funk von der Zellstoff Stendal Holz GmbH und Martin Kaltschmitt vom Deutschen BiomasseForschungsZentrum in Leipzig prognostizierten für die stoffliche und die energetische Verwertung von Holz eine Lücke von ca. 32,9 Mio. m3 für Deutschland. "Dieser Wert setzt allerdings voraus, dass bis 2020 das verwertbare Waldholzaufkommen in Deutschland bei etwa 90 (2002 bis 2008: 70,5) Mio. m3 pro Jahr liegt und bis dahin mindestens 10 Mio. m3 hölzerne Biomasse aus Landschaftspflegeeingriffe und Kurzumtriebsplantagen generiert werden können; allenfalls würde die Deckungslücke noch größer ausfallen.

Michael Funk forderte die Forstwirtschaft auf, auf neue Strategien beim Waldausbau zu setzen wie z.B. eine stärkere Buchenaltholznutzung, den Abbau von überalterten Fichtenbeständen und eine Erhöhung der Nadelholzanteile. Darüber hinaus könne man übergangsweise den jahrzehntelangen Vorratsaufbau in den deutschen Wäldern abbauen. Auch die Einschränkungen der Nutzung von Waldflächen durch die Ausweitung von Naturschutzflächen müsse stark minimiert werden.

Hannes Lehner von der Pöyry Forest Industry Consulting GmbH äußerte sich zur Preissituation auf dem Holzmarkt. Die wachsende Nachfrage führe zu Preissteigerungen, die sich nur Branchen mit hoher Wertschöpfung oder die durch staatliche Subventionen gefördert würden, leisten könnten.

Die Preissteigerungen führten dazu, dass der Handel mit Biomasse auf den weltweiten Markt ausgeweitet würde. "Dabei misst Lehner den bestehenden bzw. möglichen neuen Plantagenregionen, etwa in Südamerika bzw. im Süden Afrikas, eine wesentliche Bedeutung bei."

Waldbesitzer könnten neben ihrer Rolle als Zulieferer z.B. auch neue Biomassesortimente entwickeln und bereitstellen und hätten somit die Möglichkeit, an der Entwicklung des Energieholzmarktes mitzuwirken.

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