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2010-03-01

BMU-gefördertes Projekt vergleicht Vor- und Nachteile der energetischen und stofflichen Holznutzung

Modellregion wird das Saarland

Im Saarland startet ein Projekt, welches sich mit den Vor- und Nachteilen der energetischen Nutzung von Holz im Vergleich zur stofflichen Nutzung von Holz beschäftigt. Regionale Konzepte zum Ausbau der Bioenergieerzeugung aus Holz. Das Projekt im Rahmen des Förderprogramms zur Optimierung der energetischen Nutzung von Biomasse des Bundesumweltministeriums wurde von der IZES gGmbH zusammen mit den Partnern "Wald-Zentrum Münster" sowie "Institut für Energie- und Umweltforschung IFEU Heidelberg GmbH" erfolgreich beantragt.

Am Beispiel der Modellregion Saarland soll untersucht werden, welche Potenziale zur Nutzung von Hölzern minderer Qualität im Saarland vorhanden sind, welche wirtschaftliche Bedeutung das Cluster Forst und Holz hat und wie sich die Nutzung von Bioenergie im Einklang mit der stofflichen Nutzung weiter entwickeln kann.

Zur Begleitung des Vorhabens wurde am 19.01.2010 ein "Regionales Beiratstreffen" veranstaltet. Neben dem Staatssekretär Herrn Klaus Borger waren Vertreter der Holzwerkstoffindustrie, der Abfallwirtschaft, des Saarforstes, des privaten Waldbesitzes sowie des Naturschutzes eingeladen.

In einem Grußwort stellt Herr Staatssekretär Klaus Borger die Forststrategie der neuen Landesregierung vor. Ziel ist es die Bereiche Erholung, Naturschutz, Jagd und Nutzung im Einklang zu sehen, ohne einen Bereich zu bevorzugen. Dabei soll in den nächsten Jahren im Staatswald der Holzvorrat auf 350 Vorratsfestmeter gesteigert werden. Der Staatssekretär begrüßt das Projekt, da hier das Miteinander zwischen Holzenergie und stofflicher Nutzung zusammen gedacht und vertieft wird.

Herr Prof. Baur von der IZES gGmbH stellte das Vorhaben vor und betonte die Wichtigkeit des Zusammenwirkens aller Akteure innerhalb des Vorhabens. Die vorhandenen und knappen Holzressourcen müssen möglichst effizient im Sinne der regionalen Wertschöpfung eingesetzt werden. Hierzu soll eine Holzplattform entstehen, welche alle holzartigen Stoffströme betrachtet. Neben dem Waldholz werden auch anfallende Hölzer aus der Landschaftspflege, der Straßenpflege sowie holzartige Ressourcen aus dem Abfallbereich integriert. Im Saarland entwickelte Erkenntnisse und Methoden werden in der Vergleichsregion Wismar auf Übertragbarkeit überprüft. Ziel sind Instrumente, welche in einer Region in Deutschland die nachhaltige Verwendung von Holz steuern.

Die Notwendigkeit einer Betrachtung der Umweltwirkungen des Stoffstroms Holz stellte Herr Gärtner vom IFEU Institut aus Heidelberg vor. Er wird im Laufe des Projektes die unterschiedlichen Holznutzungen auf ihre Klimaschutzeffekte und andere ökologischen Parameter hin betrachten. Es werden Ergebnisse zur ökologischen Bewertung der stofflichen und energetischen Nutzung erarbeitet.

In einem Impulsreferat über das Cluster Wald und Holz stellte Herr Prof. Dr. Schulte vom Waldzentrum Münster erste Ergebnisse aus dem Saarland vor. Im Saarland sind ca. 4.000 Arbeitnehmer im Cluster Forst und Holz beschäftigt. Schwerpunkte sind die Möbelindustrie und die Holzwerkstoffindustrie. Dagegen hat die Sägeindustrie immer mehr an Bedeutung verloren: Sie verlor von 1999 bis 2008 rund 60% der Arbeitsplätze! Herr Prof. Dr. Schulte führte weiterhin aus, dass trotz der steigenden Wichtigkeit des Clusters ein Verlust an Waldfläche weltweit erwartet wird. Die Wichtigkeit belegte er eindrucksvoll mit dem Hinweis, dass in Nordrhein-Westfalen mehr Menschen im Cluster Forst und Holz arbeiten als in der Automobil- oder der Chemieindustrie.

In der anschließenden Diskussion wurden die Handlungsfelder des noch zwei Jahre laufenden Projektes für den regionalen Beirat abgesteckt. Holz ist eine knappe Ressource! Dies wurde den Teilnehmern des regionalen Beirattreffens des Bundesprojektes "Holzkaskade" bewusst.

Text-ID: 20100301-02

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