In Deutschland wird reiner Biodiesel zu hoch besteuert. Das zeigt eine Studie des Münchener ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung.
Im Auftrag des Verbandes der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB) untersuchten Ökonomen des ifo-Instituts den volkswirtschaftlichen Effekt einer Steuersenkung von 18 Cent auf 10 Cent je Liter Biodiesel (B100). Das Ergebnis: Durch eine Steigerung des Absatzes auf rund 700.000 Tonnen, durch zusätzliche Einnahmen an Steuern, Abgaben und Sozialbeiträgen sowie eine Minderung des Tanktourismus bliebe für die öffentlichen Haushalte ein Plus von netto 379 Millionen Euro. Die Mindereinnahmen bei der Energiesteuer würden mehr als ausgeglichen.
"Eine geringere Besteuerung von B100 ist politisch notwendig, für die Branche hilfreich und für den Finanzminister tragbar", erklärte VDB-Geschäftsführer Elmar Baumann. Dieser forderte die Regierung auf, der Zielsetzung des Koalitionsvertrages zu folgen und den Markt für reinen Biodiesel wiederzubeleben. Die deutschen Hersteller dieses Treibstoffes stehen unterdessen vor großen wirtschaftlichen Problemen.
Der Absatz von reinem Biodiesel sank von 1,7 Millionen Tonnen in 2007 über gut eine Million Tonnen in 2008 auf nur noch 250.000 Tonnen im vergangenen Jahr. Die Erhöhung der Beimischungsquote von fünf auf sieben Prozent konnte den Mengenverlust am Reinkraftstoffmarkt nicht kompensieren. Das Tankstellennetz kollabierte von 1.900 Zapfsäulen auf 200. Nach Angaben des VDB haben über die Hälfte der deutschen Hersteller von Biodiesel die Produktion eingestellt oder sind insolvent.
2010-02-25
BRD besteuert Biodiesel laut Studie zu hoch
ifo-Institut für Wirtschaftsforschung: Steuersenkung wäre volkswirtschaftlich sinnvoll
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Endredaktion: Marion Kupfer (nova-Institut)
Quelle(n): Agrarheute.com, 2010-02-25.
Text-ID: 20100225-02
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