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2005-03-11

Ingeo - Biofasershirt erobert den Bergsport

Polylactide - nicht nur für Funktionsbekleidung interessant

Mit Oberbekleidung aus nachwachsenden Rohstoffen macht Salewa herkömmlichen Funktionstextilien Konkurrenz. Ingeo™ heißt die Faser, die nicht nur besonderen Tragekomfort verspricht, sondern auch ein gutes Gewissen. Bei Globetrotter und Sport Scheck sind T-shirts und Trägertops jetzt erhältlich.

Wer glaubt, Baumwolle, Flachs und Hanf seien die einzigen Naturfasern, die für Bekleidung in Frage kämen, wird jetzt eines Besseren belehrt. Denn mit Ingeo™ ist es gelungen, eine neue Kunstfaser aus pflanzlichen Kohlenstoffen auf dem textilen Markt zu etablieren. Der Rohstoff dafür ist Polylactid (PLA), ein Material, das bereits in kompostierbarem Cateringgeschirr oder Verpackungen Karriere gemacht hat.

Eine Besonderheit des Polylactids sind nicht nur die rein pflanzlichen Rohstoffe, sondern auch der natürliche Herstellungsprozess. An dem hat sich seit Ende des 19. Jahrhunderts wenig geändert. Nach wie vor wird der Ausgangsstoff Milchsäure fermentativ hergestellt, d.h. Bakterien fressen Kohlenhydrate aus Stärke oder Zucker und wandeln sie in Milchsäure um. Zu Polymilchsäure polymerisiert, bietet diese Substanz vielfältige Verwendungsmöglichkeiten. Ob sie sich auch für Oberbekleidung bewährt, wird sich in diesem Frühjahr zeigen.

Aber auch andere Anwendungsgebiete könnten sich mit Geweben und Vliesen aus PLA erschließen lassen. Um die neue Werkstoffklasse der pflanzlichen Polyester zu etablieren, müssen ausreichende Mengen für Anwendungsversuche produziert werden. Das Institut für Kunststofftechnologie der Uni Stuttgart (IKT) arbeitet mit Unterstützung der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe daher momentan an speziellen Verfahren zur Herstellung von Polylactid-Vliesen.

Ziel ist es, ausreichend Vlies bereitzustellen, das dann für Bekleidung, Tissues, Geotextilien beispielsweise zur Fixierung von Böschungen oder für Filterstoffe genutzt werden könnte. Für resorbierbares chirurgisches Nahtmaterial haben sich PLA-Fasern beispielsweise längst etabliert. In anderen Bereichen wird die biologische Abbaubarkeit wohl keine Rolle mehr spielen. Vor allem die technischen Eigenschaften der neuen Werkstoffe stellen nach Einschätzung des IKT ihr besonderes Potenzial dar.

Die 15.000 von Salewa produzierten Shirts sind da nur ein erster Schritt in der Erfolgsgeschichte der PLA-Textilien. Das Marktvolumen für den pflanzlichen Rohstoff ist beträchtlich: Deutschland ist europaweit nicht nur größter Produzent, sondern auch größter Verbraucher von Vliesstoffen. Wer mehr zum aktuellen Einsatz von PLA-Fasern wissen will, kann sich unter www.ingeofibers.com oder bei anne.raab@salewa.de und fritz@ikt.uni-stuttgart.de informieren.

(Vgl. Meldungen vom 2004-11-22, 2004-12-05 und 2003-05-13.)

Text-ID: 20050311-02

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